Studienauftrag auf Einladung, 2014
Bauherrschaft: Pro Juliomagus, Schaffhausen
Bauingenieur und Bauphysik: Pirmin Jung, Ingenieure für Holzbau AG, Rain
Mitarbeit: Giovanni Girotto

Die römische Kleinstadt Juliomagus liegt in der Nähe von Schleitheim nordwestlich von Schaffhausen. Ein kleines Museum zeigt die konservierten Überreste der Thermenanlage. Anlass für den Studienauftrag war der Wunsch, das Museum attraktiver zu gestalten und den schadhaften Schutzbau zu erneuern. Im heutigen Zustand schliesst sich das Museum gegenüber der Umgebung ab, ein Bezug zu benachbarten Siedlungsteilen und zur Landschaft lässt sich nur schwer herstellen.

Mit dem neuen, ausladenden Dach und den offenen Umschliessungswänden soll das Publikum willkommen geheissen werden. Von Innen her gesehen bilden nun die Landschaft, die Bäume und Sträucher einen natürlichen Hintergrund der Ruinen. Und damit werden auch die Umgebung und die noch nicht ausgegrabenen Bereiche Teil der Ausstellung. Ein Turm macht das Museum von der Kantonsstrasse her besser sichtbar. Darin integrierte Sehrohre ermöglichen den Besuchern von unten aus die Umgebung zu betrachten. Ins Sehfeld überblendete Glasscheiben vermitteln in den festgesetzten Sehbereichen Informationen über Juliomagus zur Zeit der Römer.

Die bestehende Metallstruktur wird erhalten, deren Traglasten sind jedoch ausgereizt. Deshalb wird die schwere Eternitabdeckung durch ein leichtes Holzfachwerk ersetzt. Die mit einer rohen Holzschalung homogen verkleidete Dachuntersicht lässt das Dach über den Ruinen schweben und lenkt den Blick der Besucher nach unten zu den Ausgrabungen.

Modellbild

Situationsplan mit den Thermen und den bekannten bzw. vermuteten Überresten von Juliomagus

 

Der Schutzbau ohne Dach

 

Grundriss

 

Modellbild

 

Querschnitt

 

Mit dem neuen, ausladenden Dach und der kompletten Öffnung der Umschliessungswände verändert sich die Wahrnehmung und die Wirkung des Raumes grundlegend. Das Dach liegt relativ tief im Raum. Damit wird der Blick der Besucher automatisch nach unten, zu den Ausgrabungen gelenkt. Die Untersicht des Daches wird mit einer Schalung aus Holz geschlossen. Die Tragstruktur wird abgedeckt, es entsteht eine homogene Untersicht, das Dach „schwebt“ über der Grabung und bildet einen neutralen Horizont.