Wettbewerb im offenen Verfahren, 2019
Bauherrschaft: Stadt Biel
Landschaftsarchitektur: Alsina Fernandez Landschaft Architektur BSLA
Gebäude: 11’500 m2 SIA 416 / 47’500 m3 SIA 416
Visualisierungen: Nightnurse, Zürich

Die prägenden Bezugspunkte des weitläufigen Wettbewerbsareals sind die bestehende Schulanlage und die Tour de la Champagne, ein für Biel charakteristisches Bild der Moderne aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das umfangreiche Raumprogramm wird auf zwei zueinander versetzte Gebäude verteilt, die Schule und die Mensa mit Turnhalle. Es entsteht ein kraftvolles Ensemble, das die bestehende Schulanlage und das Hochhaus auf selbstverständliche Art miteinbezieht und ergänzt. Die Stirnseite des elegant schwebenden Schulhauses bleibt unverstellt und erhält mit dem Turnhallengebäude in genügender Distanz ein Gegenüber. Die Neu- und Altbauten fassen gut proportionierte und klar zugewiesene Aussenräume, welche jeweils über Eck zueinander stossen. Die Gestaltung der Aussenräume übernimmt die Idee der «Vegetationsinseln» aus dem Bestand. Diese Elemente strukturieren den Freiraum. An der Kreuzung von Champagneallee und Zeughausstrasse liegt der baumbestandene Vorplatz des Mensa- und Turnhallengebäudes. Im Gegensatz zur heutigen Situation orientiert sich die Schule nun auch nach Südosten zu den bestehenden und neuen Wohnsiedlungen.

Auf die geplante Grösse reagiert das Projekt mit einer einfachen und bewährten Typologie und mit einer flexibel und dezentral aufgebauten inneren Organisation. Innerhalb dieser Grundstruktur hat jedes Geschoss seinen eigenen Charakter, seine eigene räumliche Ausprägung und Lichtführung. Das Erdgeschoss und das 1. Obergeschoss, bzw. das 2. und 3. Obergeschoss stehen funktional in enger Beziehung und sind räumlich über doppelgeschossige Eingangsbereiche oder über Lichtschächte visuell miteinander verbunden.

Die Neubauten ordnen sich ins Formenvokabular der Bauten von Max Schlup ein. Ein umlaufendes Raster aus Sichtbeton gliedert die Fassaden. Einem Setzkasten ähnlich sind Füllungen aus Holz eingesetzt. Die Staffelung zwischen Raster und Füllung führt zu einem reichen Schattenspiel und geben den Fassaden ihre auch aus der Distanz sichtbare Tiefenwirkung.

Für die Lüftung ist eine einfache und natürliche Fensterlüftung über die Fassade vorgesehen. In den Trennwänden zwischen den Klassenzimmern und der Erschliessungszone sind vertikale Kanäle untergebracht, mit denen eine permanente Luftzirkulation über Dach gewährleistet wird. Tagsüber kann über die Fenster gelüftet werden, in der Nacht wird das Gebäude mit Hilfe des sogenannten Kamineffektes über Dach ausgekühlt.

Ensemble aus formal verwandten Körpern: dem Hochhaus, den beiden Schulhäusern und den beiden Turnhallenbauten

 

Situationsplan

 

Erdgeschoss

 

Blick von den Fussballfeldern zur Schulanlage

 

1. Obergeschoss

2. Obergeschoss

3. Obergeschoss

 

Doppelgeschossiger Garderobenbereich im Kindergarten mit der internen Verbindung zu den Klassenzimmern im 1. OG

 

Quer- und Längsschnitte

 

Das bestehende Schulhaus von Max Schlup mit dem offenen Erdgeschoss.
Aus: Architekturforum Biel (Hrsg.): «Max Schlup, Architekt, Architecte», Niggli Verlag, ISBN 978-3-7212-0786-6